Was ich unter Erziehung verstehe
Grundsätzlich bin ich überzeugt, dass sich ein Kind gut entwickelt, wenn es sich
sicher und wohl fühlt. Wichtig ist mir dabei ein vertrauensvolles Miteinander zwischen
Kind, Eltern und Tagesmutter. Für die Eltern möchte ich bei der Betreuung und
Erziehung ihrer Kinder kein Konkurrent sondern Partner sein und den Kindern eine
liebevolle, verlässliche Bezugsperson. Auf Grund meines Glaubens sind christliche
Werte und ein christliches Menschenbild Basis für meine Arbeit.
Mit einem Sinnbild bzw. einem Gleichnis will ich an dieser Stelle meine
Erziehungsvorstellungen darlegen.

Die Pflanze steht hier stellvertretend für das Kind. Der Nährboden ist die Grundlage,
in der eine Pflanze wurzelt und somit wachsen und gedeihen kann.
Ähnlich verhält es sich bei den Kindern. Auch sie brauchen eine Grundlage für das
Gedeihen und Wohlbefinden. Dieser Nährboden ist die Liebe und Zuwendung der
Eltern und Bezugspersonen, das Angenommensein: „Du bist gewollt, du bist O.K.,
bist akzeptiert mit Schwächen und Stärken.“


Damit das Pflänzchen wachsen kann, braucht es genügend Wasser, darf aber auch
nicht zu sehr gewässert werden.
Kinder müssen mit Essen und Kleidung versorgt werden, aber auch mit geistiger
Nahrung in Form von Anreizen sowie durch altersgemäße Spielangebote. Dabei ist
das richtige Maß wichtig, Überforderung durch Reizüberflutung schadet genauso wie
Unterforderung.


Eine Rankhilfe gibt der Pflanze Halt und die Harke befreit von Unkraut. So bekommt
die Pflanze Platz um sich zu entfalten.
Auch für Kinder gilt, dass Ordnung und Regeln das Leben erleichtern sowie Klarheit
und Sicherheit schaffen. Durch Struktur und einen geregelten Tagesablauf, Rituale
und wiederkehrende Abläufe ist das Zusammenleben schon für die Kleinen
überschaubarer und berechenbarer.


Das Pflänzchen wächst auf gutem Boden, wird gegossen und geharkt, aber was
würde aus dem Pflänzchen ohne Sonnenlicht?
Wie die Pflanze das Licht, brauchen Kinder Bestätigung und Lob. Erfolgserlebnisse
und die Anerkennung der Stärken fördern das Selbstbewusstsein. Nicht die
Schwächen, was ein Kind (noch) nicht kann, sondern was es gut kann, soll
Aufmerksamkeit bekommen. So werden Schwächen für die Kinder erträglich und
ausgeglichen. Was ein Mensch gern tut, das macht er auch gut. Dieses gilt es zu
entdecken und zu fördern.